… und die Wellen schlugen hoch als plötzlich ein Billig-Navi Anbieter im AppStore erschien und den Platzhirschen – besonders Navigon – den Abverkauf vermieste. Skobbler, ein Projekt des ehemaligen Navigon Gründers und Aufsichtsrats Peter Scheufen schickte sich an mit einem Dumping Angebot von zunächst 3,99 Euro die großen Navihersteller das Fürchten zu lehren.
Bei Navigon schlug das Vorgehen wohl auch ein wie eine Bombe und man verlangte von Apple die Löschung des unbeliebten Wettbewerbers. Skobbler konnte sich erfolgreich zur Wehr setzen und existiert noch heute…. allerdings wohl nur noch bis März 2010 auf Basis der jetzt verwendeten Navteq Karten…
Die Aufregung von Navigon ist verständlich, wenn man bedenkt, dass nach dem Auftauchen von Skobbler der eigene App Verkauf deutlich einbrach, obwohl Skobbler technisch gesehen nur eine Offboard Navigation bietet, also immer nur ein bestimmtes Kartensegment im Internet nachlädt (Vorsicht online Kosten!) und auch sonst noch allerlei Kinderkrankheiten besitzt. Die einzige sichtbare Unterscheidung im Navi ist die Fußgängernavigation, die aber auf Basis “open Street Map” Karten in den Ballungsräumen auch viel exakter funktioniert. Zudem will/wollte Skobbler wohl auch eine online Community nach dem Vorbild von Qype, Plazes u.ä. aufbauen, die dann kommentierte Örtlichkeiten a la around me / locate me als Naviziele anbietet. Nicht gerade eine neue und mutige Idee außer der Navteq gestützten Navi Software, wie auch Anbieter Navigon bemängelt und hierin eine vertragswidrige Wettbewerbssituation sieht.
Noch streiten sich da 2 NAVI-Hersteller und Google bringt ein kostenloses System auf den Markt (bereits verfügbar wohl auf Android Smartphones und demnächst auf dem iPhone – so die Ankündigung), was durch den hauseigenen Streetview und exzellente Optik den Navigerätemarkt endgültig revolutionieren dürfte. Wir erinnern uns – noch Anfang 2000 gab es viele Map-Systeme, die am PC ein Routing anboten und heute? … Genauso wird es wohl auch den reinen Navigationslösungen ergehen, wenn man nicht schnellstmöglich Mehrwerte findet und sich in eine neue Nische rettet.
Wenn man heute ein zukunftsorientiertes System aufbauen möchte kommt man an den Diensten von Google kaum vorbei. Mit ausgedienten Communities, die zu Allem und Jedem ihren Senf abgeben, wie z.B. den Einträgen aus dem Branchenverzeichnis wird man kaum Neues und Werthaltiges erschaffen. Diesen Murks gibt es schon zu Hauf und die Copy Cats haben diese Klaviatur bereits ausgereizt und mit Werbebannern gepflastert.
Wenn sich dieser Markt bereinigt hat, werden vielleicht auch endlich wieder neue Ideen geboren, wie eventuell ja z.Zt. bereits Vorboten der augmented Reality verkünden.
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