Das Ende der Kreidezeit kennt nicht nur Freunde und Befürworter, sondern auch Gegner. Dass diese oft auch aus den eigenen Reihen kommen können zeigt sich bei den Reaktionen auf das innovative Vorgehen in Troisdorf.
Die Gesamtschule hat 37 Smartboards angeschafft und erlaubt nun Schülern wie Lehrern einen modernen, zeitgemäßen Unterricht mit Einbindung des Internets und multimedialer Inhalte. Der Lehrer kann sein Tafelbild zu Hause vorbereiten und lädt es ganz einfach mit dem USB Stick auf die Tafel, wodurch wertvolle Zeit gespart und der Blickkontakt zu den Schülern gehalten wird. Trotzdem sehen Kritiker, dass zu viel “frontal” unterrichtet werden könnte und die Schüler vom selbständigen Lernen ablenke.
Bei dem heutigen Leistungsdruck und der Fülle des zu lernenden Lehrstoffes ist Zeit Mangelware und die Attraktivität und Aktualität des Unterrichts steht an 1. Stelle. Solange wir in Deutschland nicht wie in Norwegen 2 Lehrer pro Unterricht in einer kleiner Klasse beschäftigen, braucht der Lehrer Aufmerksamkeit und Akzeptanz seiner Schüler, um zügiger durch den Stoff zu kommen. Ob eine Mitschrift des Tafelbildes durch den Schüler in jedem Fall notwendig ist, bleibt mal dahingestellt. Aber mit den modernen Mitteln kann der Schüler das Tafelbild nun zweifelsfrei lesen und sich die eigenen Erkenntnisse zusätzlich notieren.
Indes sind aber einige Lehrer und Schulleiter durch nichts in der Welt umzustimmen. Eine Erfindung wie die Kreidetafel sei nicht zu verbessern… und ein dynamisches Tafelbild sei etwas Wunderbares…
Auf der Kreidetafel könne man mal eben eine große Skizze zeichnen, für die man sonst keinen Platz hätte…
Es fällt bei der Kreidetafel kein Plastikmüll an, das Kreidefitzelchen kann man einfach in den Müll werfen…
So oder so ähnlich lauten einige Bedenken, die nur davon zeugen, dass man sich entweder mit unzulänglicher Technik (Plastikmüll) oder zu kleinen Boards oder eben gar nicht mit den neuen Möglichkeiten auseinander gesetzt hat, aus Angst umlernen zu müssen.
Moderne Whiteboards sind mindestens so groß wie eine nicht aufgefaltete Tafel. Durch das klarere digitale Schriftbild und die Zoomfunktion braucht man auch keine Ausklapptafeln mehr. Da auf modernen Tafeln nicht mit Stiften bzw. Farbe gezeichnet wird, fällt auch kein Müll an!
Unsere Kinder gehen heute selbstverständlich mit dem Internet um und kennen Google und die zahlreichen Wissensportale wie z.B. Wikipedia meist besser als die Erwachsenen. Zudem haben die Kinder in vielen Fällen regelmäßigen Zugriff auf Computer und nutzen diesen meist ausgiebig. Diese Neugier könnten wir auch für Bildung nutzen und sollten es nicht dem Zufall oder den Schüler-Netzwerken überlassen.
(Hier müssten wir eher öfter auf die allzu freigiebige Informationsweitergabe schauen und vor zu freizügigem Gebrauch der sozialen Netzwerke warnen!)
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